Der Bohrhammer in unterschiedlichen Ausführungen

Jeder kennt den typischen Akku-Bohrschrauber. Dabei handelt es sich um ein bohrmaschinen-ähnliches Werkzeug zum Eindrehen von Schrauben. Das Werkzeug wird, wie der Name es bereits verrät, mit einem Akku betrieben, weshalb er oftmals nicht ganz so effektiv funktioniert wie eine Bohrmaschine, die direkt an die Stromverbindung angeschlossen ist. Während der Akkuschrauber den meisten ein Begriff ist, wissen nicht viele, wobei es sich denn eigentlich bei einem Akku-Bohrhammer handelt. Der Bohrhammer an sich ist für das Bohren von Löchern in Stein oder Beton oder anderem mineralischen Material geeignet. Das Material wird durch den Schlagimpuls des Bohrers zermürbt und ausgebrochen, indem die Drehbewegung die Schneide des Bohrers umsetzt.

Unterschiedliche Arten des Bohrhammers

Handelt es sich um einen Bohrhammer, dann unterscheidet man zwischen pneumatischen, hydraulischen und elektrischen Bohrhammern.

Pneumatische Bohrhämmer

Der pneumatische Bohrhammer wird mit Druckluft betrieben. Ein Kolben, der dadurch angetrieben wird, schlägt dabei auf ein Schlagstück, das auf das Einsteckende der Bohrstange schlägt. Es ist mit einer Umsetzvorrichtung ausgestattet, die bewirkt, dass beim Rückprall sich das Schlagstück und die eingesteckte Bohrstange drehen. Schon im 19. Jahrhundert wurden die ersten pneumatischen Bohrhämmer für den Tunnelbau benutzt. Später entwickelte sich das Werkzeug auch zu einem praktischen Utensil im Bergbau.

Hydraulische und elektrische Bohrhammer

Der hydraulische Bohrhammer funktioniert im Grunde ähnlich wie der pneumatische, doch hier wird Hydraulikflüssigkeit als Antriebsmedium benutzt. Sie werden dann verwendet, wenn eine höhere Leistung erzielt werden muss und wiegen dementsprechend auch deutlich mehr als andere Arten des Bohrhammers. Der elektrische Bohrhammer wird überall dort eingesetzt, wo keine Druckluft zur Verfügung steht. Die Leistung dieser Art von Bohrhammer ist im Gegensatz zum pneumatischen Hammer nicht ganz so hoch. Der Bohrhammer zeichnet sich im Vergleich zur elektrisch betriebenen Schlagbohrmaschine durch eine niedrigere Schlagzahl, dafür aber eine deutlich höhere Schlagenergie aus. Akku-Bohrhämmer sind insgesamt vom Stromnetz unabhängig, doch ihre Betriebsdauer ist aufgrund des hohen Energieverbrauchs relativ stark begrenzt, was eindeutig als Nachteil gesehen werden kann. Dafür kann man einen Akku-Bohrhammer natürlich überall mit hinnehmen, wenn man ihn vorher aufgeladen hat. Bei anderen Versionen dieses Geräts ist das nicht ganz so einfach möglich.

Wie funktioniert ein Bohrhammer?


Doch wie funktioniert so ein ganz normaler Bohrhammer eigentlich? Verglichen mit der Schlagbohrmaschine haben Bohrhammer einen Bohrer, der in axialer Richtung beweglich ist. Das Schlagwerk ist dafür zuständig, dass auch in härteren Materialien problemlos gebohrt werden kann. Die Energie, die dadurch entsteht, dass das Schlagwerk eine bewegliche Masse auf den Bohrer schlägt, wird auf das Bohrmaterial übertragen, so dass dieses nachgibt. Ein pneumatisches Schlagwerk besteht aus Antriebslager oder Exzenterrad, Kolben, Schläger und Schlagbolzen. Dabei wird durch das Antriebslager die Rotationsbewegung des Elektromotors in eine Hubbewegung des Kolbens umgesetzt. Der Schläger wird bei der Rückwärtsbewegung des Kolbens nach hinten gezogen, da dabei ein Unterdruck entsteht. Bei der Vorwärtsbewegung hingegen entsteht ein Überdruck zwischen Kolben und Schläger. Dadurch wird der Schläger nach vorne beschleunigt und trifft auf den Schlagbolzen, wobei die kinetische Energie abgegeben wird.


Die ersten Modelle des Bohrhammers

Bei einer Schlagbohrmaschine sind Bohrer und Spannfutter fest miteinander verbunden. Beim Bohrhammer ist dies anders. Er muss gleichzeitig eine Dreh- und Axialbewegung ausführen. Heute arbeitet man mit einem Bohreraufnahmesystem, bei dem der Bohrer entlang der Drehachse um etwa einen Zentimeter frei beweglich ist. Mit heute ist ungefähr die Zeit seit den 70er Jahren gemeint. Der erste Bohrhammer, eine Bohrmaschine mit elektro-pneumatischem Schlagwerk, wurde im Jahr 1914 als Patent angemeldet, und zwar von der Firma Fein. In Serie wurde der erste Bohrhammer von der Firma Bosch gebaut, das war im Jahr 1932. So kann der Bohrhammer schon auf eine recht lange Geschichte zurückblicken. Die Geräte sind heute natürlich deutlich fortschrittlicher als damals noch in den 30er Jahren.